Themenschwerpunkt zu Fake News am 31. Juli 2017 im Ersten

Informiert oder manipuliert?

Das Erste zeigt am Montag, 31. Juli 2017 einen Schwerpunkt zum Thema Fake News: Gleich zwei Dokumentationen beschäftigen sich mit Lügen und Gerüchten, die gezielt in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Oft um Ängste zu schüren. „Der Infokrieg im Netz" aus der Reihe „Die Story im Ersten" fragt um 22:45 Uhr: Wie beeinflussbar sind unsere Wahlen durch Falschmeldungen, Hacks und andere digitale „Instrumente"? Direkt im Anschluss um 23:30 Uhr folgt „Im Netz der Lügen - Der Kampf gegen Fake News". Diese Doku geht der Frage nach: Wie einfach lässt sich eine Falschmeldung im Internet verbreiten und damit politisch Stimmung machen? Parallel zu den Filmen arbeitet das Team der „Tagesschau"-Faktenfinder einzelne Falschmeldungen aus dem Filmen auf und begleitet online die Ausstrahlung.

„Infokrieg im Netz - Trolle, Hacker und Fake News im Wahlkampf" (WDR), Montag, 31. Juli 2017, 22:45 Uhr

Im großen Stil haben russische Hacker Wahlcomputer in den USA angegriffen. Da scheinen sich amerikanische Behörden sicher zu sein. Zudem bestimmten gehackte Accounts aus dem Umkreis von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und gezielt gestreute Fake News den Wahlkampf. Auch in Frankreich wurde kurz vor der Wahl der Mail-Account des Präsidentschaftsfavoriten Emmanuel Macron angegriffen. Das Ziel: Informationen finden und veröffentlichen, die den jeweiligen Kandidaten belasten. Der Wahlkampf im digitalen Zeitalter hat sich verändert; er scheint anfällig für gezielte Manipulation über das Netz. Er wird mitbestimmt durch das gezielte Einsetzen von Information - oder auch Desinformation. Nach den USA und Frankreich auch in Deutschland?

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl fragt „Die Story im Ersten": Wie ungestört verläuft die Wahl im September? Welche Rolle spielen Fake News und von außen gesteuerte Propaganda? Die Dokumentation zeigt, mit welcher Methode vor allem über soziale Netzwerke Stimmung gemacht wird, und untersucht, wie gut Parlament und Abgeordnete vor Hackerangriffen geschützt sind. „Der Infokrieg im Netz": „Die Story im Ersten" auf Spurensuche in Washington, Berlin und Moskau.
Redaktion: Nicole Ripperda (WDR), Joachim Angerer (WDR)

„Im Netz der Lügen - Der Kampf gegen Fake News" (SWR), Montag, 31. Juli 2017, 23:30 Uhr

Wie einfach lässt sich eine Falschmeldung im Internet verbreiten und damit politisch Stimmung machen? Das will ein Team von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Hohenheim herausfinden. Die Forscher starten einen Versuch: Über einen Zeitraum von nur wenigen Wochen setzen sie eine Fake News in die Welt. Dann läuft das Experiment. Die Wissenschaftler untersuchen, wie schnell sich die Falschmeldung im Netz verbreitet. Wo und wie häufig wird sie geteilt? Wer fällt darauf rein?

Die Nachrichtenlage im Internet ist unübersichtlich. Facebook & Co. werden überschwemmt von Fake News und „alternativen Fakten". Haben muslimische Flüchtlinge tatsächlich aus Verachtung für unsere abendländische Kultur an eine Kirche gepinkelt? Hat die Polizei in Heidelberg einen islamistischen Terroranschlag verheimlicht? Der Film „Im Netz der Lügen" sucht nach Ursachen für Falschmeldungen und zeigt Möglichkeiten, diese zu entlarven.

Falschmeldungen verbreiten sich momentan vor allem in rechtsalternativen Kreisen und werden gezielt eingesetzt, um die Meinung in der Bevölkerung zu beeinflussen. SWR-Autor Claus Hanischdörfer trifft besorgte Bürger, die Fake News verbreiten und einen NPD-Politiker, der eine Falschmeldung streut und damit für Aufregung sorgt.

Der Kommunikationswissenschaftler Professor Wolfgang Schweiger warnt vor einer Polarisierung der Gesellschaft. Denn Filterblasen und Echokammern in sozialen Netzwerken führen immer häufiger dazu, dass sich Internetnutzer zwar besser im Bilde fühlen, tatsächlich aber oft nur einseitiger informiert sind.

Wie sieht der Kampf gegen Falschmeldungen aus? Hilft eine Regulierung der sozialen Netzwerke? Das geplante Netzwerkdurchsetzungsgesetz aus dem Hause Maas gilt als stumpfe Waffe gegen Fake News. Die Grünen-Politikerin Renate Künast, die selbst Opfer einer Falschmeldung wurde, bemängelt den Meldeweg bei Facebook. Was unternimmt Facebook dagegen, um nicht zu „Fakebook" zu mutieren? Fühlt man sich beim Internetriesen überhaupt mitverantwortlich für die um sich greifenden Desinformationen? Ein Lokalreporter auf der Schwäbischen Alb ist da schon weiter: Er hat ein Rezept gegen Gerüchte und Fakes: soliden und transparenten Journalismus.Sind wir schon komplett verstrickt im Netz der Lügen oder gibt es noch einen Ausweg?
Redaktion: Thomas Reutter (SWR)

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